"Man konnte das normalerweise gut schaffen, wenn man gut mitgemacht hat."
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Interview mit Henning W., der in diesem Jahr Abitur am Ulricianum gemacht hat und bis zur 10. Klasse die KGS besuchte.


10G2: Wie fandest Du den Umstieg von der KGS Großefehn auf das Ulricianum ?

Henning: Es ist nicht unbedingt einfach, weil das Ulricianum um einiges größer ist als die KGS Großefehn und man wird dort eher wie eine Nummer behandelt. Man kennt nicht jeden persönlich wie hier. Der Schulleiter hier kennt ja fast jeden mit Namen ! Der Umgang mit den Schülern ist etwas anders. Hier wird meistens hinter den Schülern hergelaufen, die kriegen mehr oder weniger einiges in den A…. Das sag ich doch lieber nicht ! (alle lachen) …. Am Ulricianum muss man wirklich sehr viel selbständig arbeiten und es gibt wenig Möglichkeiten, dass man vom Lehrer unterstützt wird. Eigenständiges Arbeiten ist sehr wichtig.

10G2: gab es denn große Leistungsunterschiede ?

Henning: In Mathematik hatte ich keine Probleme in der 11. Klasse, hier hatten wir in der 10. Klasse schon alles gemacht, was dann in der 11. drankam. Französisch, Spanisch, Englisch, das ging eigentlich alles so. Probleme hatte ich nur in Naturwissenschaften, was sowieso nicht meine Fächer sind, von daher ging eigentlich alles.

10G2: Wie findest Du das Schulklima auf dem Ulricianum ?

Henning: Der Umgang unter den Schülern ist sehr gut. Es gibt eigentlich keinen Stress in den Klassen, nicht so, wie man das hier manchmal erlebt, das ist eigentlich gar nicht vorhanden.

10G2: Ist das auch in der Mittelstufe so oder vermindern sich die Spannungen nach dem Motto: Im Alter wird man gelassener ?

Henning: Der Stress untereinander hört so ziemlich auf. Jeder kennt eigentlich jeden im Jahrgang und es ist nicht so, dass jemand ausgeschlossen oder gemobbt wird.

10G2: Findest Du, dass man an beiden Schulen gut auf das Abitur vorbereitet wurde ?

Henning: Hier nur teilweise. Z.B. in Naturwissenschaften hatten wir doch erhebliche Lücken, da hatten wir schon Probleme. Aber in Mathe waren wir, wie schon gesagt, sehr gut vorbereitet und in den Sprachen auch.

10G2: Wo gingst Du lieber zur Schule ?

Henning: Eigentlich hat es mir hier am besten gefallen. Hier hat man schon fast ein familiäres Zusammenleben, auf dem Ulricianum verliert sich das alles ein bisschen, die Lehrer kennen einen nicht persönlich und man wird nur als „normaler Schüler“ behandelt.

10G2: Wie viele Schüler von hier aus können zusammen in eine Klasse übernommen werden ?

Henning: Wir waren mit fast allen Schülern von hier in einer Klasse, da haben glaube ich nur vier Leute gefehlt. Es ist ganz unterschiedlich. Es kann auch sein, dass alles ganz anders aufgeteilt wird und nur vier oder fünf Leute in eine Klasse kommen und der Rest besteht aus Auricher Schülern.

10G2: Wie sympathisch sind die Lehrer im oberflächlichen Vergleich ?

Henning: Da gibt es fast keine Unterschiede. Nett sind sie eigentlich fast alle, wie hier auch. Natürlich gibt es auch Lehrer, die man lieber nicht hat. Man kann eigentlich nicht klagen. Sie sind nett, sind meist sehr diskutierfreudig, auch über Noten kann man sich auseinandersetzen.

10G2: Wird man in den Leistungskursen gut auf das Abitur vorbereitet ?

Henning: Im Vergleich zu den Abitursaufgaben war ich fast zu gut vorbereitet. Wir hatten eine Klausur, da war eine Aufgabe drin, die sich auf den Unterricht bezog, und das auch nur zu einem speziellen Thema, den ganzen Rest, den wir durchgenommen haben,  hätte man sich fast schenken können. In Bio war es anders, da wurde fast alles, was wir in den zwei Jahren vorher hatten, abgefragt, weil ja alles miteinander zusammenhängt.

10G2: Ist die Notengebung vergleichbar mit hier ? Ist es vielleicht strenger ?

Henning: Es wird vor allem mehr Wert auf das Mündliche gelegt. Hier bin ich mit meiner ruhigen Art ganz gut durchgekommen, da wurde es dann doch schwieriger und man musste sich engagieren. Also, wer gar nichts sagt, bekommt dann auch nur einen oder zwei Punkte im Mündlichen. (Lehrer: Ein wichtiger Tipp für einige !!)

10G2: Wie schmeckt das Essen denn da in der Mensa ?

Henning: Dort habe ich noch nicht gegessen. Es gibt Mensakarten, die wir erst vor einem Vierteljahr bekommen haben. Da hat es sich für uns nicht mehr gelohnt. Soll aber ganz gut sein, habe ich gehört.

10G2: Wo habt Ihr sonst gegessen ?

Henning: In der Stadt oder bei McDonald´s.

10 G2: Geil (allgemeines Gelächter) Hattet Ihr viel frei ?

Henning: Unterschiedlich, kommt darauf an, welche Lehrer man hatte. Es gibt Lehrer, die sind kaum krank, andere dafür umso häufiger. Ist sehr vom Lehrer abhängig. Die meisten Stunden fallen aus, es wird kaum Vertretung gemacht. Auch wenn es die dritte oder vierte Stunde ist, fällt auch aus, muss man halt die Zeit überbrücken. Für die Mädchen ist das kein Problem, die können ja Shoppen gehen.

10G2: Was sollte man auf jeden Fall vermeiden ?

Henning: Man sollte sich auf keinen Fall mit den Lehrern anlegen, dann gibt es ziemlich Stress. Vom Schulleiter hört man so gut wie gar nichts, den sieht man eigentlich auch nie, ganz im Gegensatz zu hier. Nein, eigentlich fällt mir nichts ein. Der Umgang untereinander ist sehr gut, so dass nichts Schlimmes passieren kann.

10G2: Wie war der Wissensstand der Schüler, die vorher schon am Ulricianum waren,  im Vergleich zu Euch ?

Henning: Teilweise waren die schon etwas weiter, mit Ausnahme in Mathe, da waren wir weiter als die, aber sonst waren die teilweise schon ein bisschen voraus, aber nicht großartig. Man konnte das normalerweise gut schaffen, wenn man gut mitgemacht hat.  

10G2: Welche Fächer sollte man denn meiden ?

Henning: Da kann ich jetzt auch keinen genauen Tipp geben, ich hab halt die genommen, die mir am meisten lagen. Englisch z.B. habe ich sofort abgewählt nach der 11. Klasse. Jetzt nichts gegen meine alte Englischlehrerin, aber ....

10G2: Gab es große Veränderungen für Dich ?

Henning: Na, zuallererst die Uhrzeiten. Man fängt um 7:40 Uhr an, hört aber dafür schon um 13:00 Uhr auf. Es gibt auch keine Pause zwischen den ersten beiden Stunden, meist hat man Doppelstunden.

10G2: Sind die Englischnoten der Großefehner um eine Note besser geworden ? Man hört da so einiges...

Henning: Unterschiedlich. Einige ja, andere auch nicht. Also, ich bin auf dem selben Level geblieben. Andere, die vorher eine 3 hatten, waren dann plötzlich auf einer 2 oder besser. Kommt da natürlich auch auf die Lehrer an.

Lehrer: Und natürlich auf die Schüler.

Henning: Ja, das auch.

10G2: Habt Ihr Euch sofort integriert gefühlt oder wurdet Ihr als Landeier abgestempelt ?

Henning: Da wir fast alle aus Großefehn in einer Klasse waren, wurden wir natürlich nicht so sehr integriert. Nur sieben Schüler aus dem Ulricianum waren in unserer Klasse, somit waren wir fast unter uns. In der 12. und 13. Klasse mit der Bildung der Kurse wurden wir dann gemischt. Hier war die Integration sehr gut. Die nehmen einen sofort auf, man wird nicht ausgeschlossen.

10G2: Wie viele Schüler sind im Durchschnitt in einer Klasse ?

Henning: In der 11. waren wir so um die 25. In den Kursen ist das unterschiedlich. Wir hatten Kurse, da sind bis zu 30 Schülern drin, und wir hatten Kurse- wie den Musik- oder Latein- Leistungskurs – da sind nur sechs Leute drin. Im Biologie- Leistungskurs waren wir dann um die 30 Leute.

10G2: An welche Situation in der KGS Großefehn erinnerst Du Dich besonders gerne ?

Henning: An das gemeinsame morgendliche Aufstehen bei der Begrüßung bei unserer Englischlehrerin und unserem Mathelehrer, der uns  immer Aufgaben abgefragt hat, bevor wir uns setzen durften.

10G2: Und was war so richtig mies, gab´s das einmal ?

Henning: Eigentlich gar nichts.

10G2: Wie war denn die Ausstattung am Ulricianum ?

Henning: Computerräume gibt es da auch, nicht immer mit den tollsten Rechnern. Auf jeder Etage gibt es extra Fernsehräume. In jedem Naturwissenschaftsraum befindet sich ein Beamer, damit man auch mit modernen Methoden arbeiten kann.

10G2: Und Ihr müsst auch öfter etwas präsentieren ?

Henning: Ich habe in Biologie öfter etwas mit einem Freund zusammen freiwillig gemacht. Sonst ein paar Referate, das Übliche so.

10G2: Hat man viele Hausaufgaben auf ?

Henning: Unterschiedlich, wie hier auch. Einige geben viel auf, andere weniger.

10G2: Wie sieht es mit AGs aus ?

Henning: AGs gibt es auch einige, sind aber vor allem sportlicher Bereich, nicht so wie hier. Schreibmaschinenschreiben oder sowas gibt es da nicht mehr. Eine Matheolympiade gibt es auch.

10G2: Wie häufig ist der Nachmittagsunterricht ?

Henning: In der 11. hatten wir glaube ich gar keinen außer Sport. In der 12. auch meistens Sport am Nachmittag. Eher weniger als hier.

10G2: Was macht man im Sportunterricht ?

Henning: Pro Halbjahr wählt man eine Sportart. Es gibt zwei Aufgabenfelder: A und B. A sind Einzel- und B sind Mannschaftssportarten. Man muss jeweils zwei Sportarten aus A und B belegt haben. Einzelsportarten waren Rudern, Schwimmen und so etwas. Tischtennis war auch dabei.

10G2: Normaler Schulsport findet also nicht statt

Henning: Normalen Schulsport, dass man jetzt einmal Brennball spielt oder so etwas, gibt es dann nicht mehr.

10G2: War der Wechsel nach der 10. Klasse positiv oder könnte man gut darauf verzichten ?

Henning: Also, ich hätte mich gefreut, wenn ich mein Abitur auch hier hätte machen können. Aber es war auch schön, einmal etwas anderes kennen lernen zu können, andere Lehrer, andere Sitten und Gebräuche (Gelächter).

10G2: Vielen Dank, Henning !  Und alles Gute für Deine Zukunft !!   


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