ON, 02.10.2008

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46 Ganztagsangebote in der KGS

Fehntjer Schule hat weitere Nachmittagskurse eingeführt / Lehrerprojekt soll Unterrichtsqualität fördern

 

jok Großefehn. Das Ganz­tagsangebot der Kooperati­ven Gesamtschule Große­fehn ist ein Renner. Nach Angaben von Fachbereichs­leiter Matthias Reintges be­teiligen sich rund 500 Schüler an den Nachmittagskursen. Aufgrund der wachsenden Akzeptanz hat die KGS ihre Programmpalette von Sport über Förderunterricht und Berufsorientierung bis zu Musik mit Beginn des Schul­jahres durch zusätzliche Kur­se angereichert. Sechs sind hinzugekommen, sodass jetzt 46 AGs vorgehalten wer­den.

 

„Die Fördermaßnahmen sind ein Schwerpunkt, wobei wir alle Schulformen einbe­ziehen", sagte Didaktischer Leiter Martin Aden gestern in einer Pressekonferenz. Als Beispiel nannte Aden die Fremdsprachen und hier spe­ziell Englisch. Die Schüler üben sich in Konversation, denn damit täten sich Viele schwer. „Wir wollen errei­chen, dass sie ihre Hemmun­gen verlieren und der 7. Jahr­gang gut auf die alljährlichen England-Fahrten vorbereitet ist."

 

Zu den Kursen, die beson­ders stark besucht sind, ge­hören die Kanulehrgänge auf dem Großefehnkanal, Ma­schinenschreiben und Bad­minton. Auch die Schulband kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Unter dem Motto „Fair geht vor" werden Verhaltenswei­sen trainiert, um das „soziale Miteinander" zu verbessern. Bereits seit 30 Jahren existiert der Mofa-Unterricht.

Kürzlich gestartet wurde ein „Projektmanagement Event und Marketing" mit dem Werbe-Experten Tho­mas Balzen. Schüler der sieb­ten Klassen sollen Veranstal­tungen erarbeiten und ler­nen, wie sie finanziert wer­den.

 

Erste Herausforderung ist die Organisation einer Begeg­nung mit der holländischen Partnerschule Dollard-Colleg in Pekela am 21. April 2009 (siehe auch Seite 1). Die Gruppe soll sich fest etablieren, um etwa Schulab­schlussfeiern zu gestalten.

 

Eine wichtige Aufgabe ist die Kooperation mit außer­schulischen Lernorten. Wie stellvertretender KGS-Leiter Dr. Udo Cronshagen ankün­digte, beginnt nach den Herbstferien ein Projekt mit der Firma „Allerhand". Die Tochter des Fehntjer Leiner­stifts kümmert sich um die pädagogische Betreuung von jugendlichen und betreibt in Mittegroßefehn eine Tisch­lerwerkstatt.

Cronshagen schwebt vor, dass der Wahlpflichtkurs Wer­ken des 10. KGS-Jahrgangs in Regie eines Tischlermeisters von „Allerhand" Sitzmöbel für die Pausenhalle entwirft und baut und Hinweisschil­der für das Schulzentrum an­fertigt. KGS-Chef Günter Kottkamp erhofft sich von dem Projekt eine Hilfe bei der Berufswahl.

 

Die Naturschutzstation Fehntjer Tief in Lübbertsfehn ist schon länger Partner der KGS. Sie werde, so Cronsha­gen, von den Gymnasial­schülern intensiv genutzt und verfüge über ausgezeich­nete Lernmöglichkeiten. Die beiden Einrichtungen tauschen sich aus - Absolven­ten des Freiwilligen ökologi­schen Jahres hospitieren re­gelmäßig in der KGS.

 

Um Fachleute für das Nachmittagsprogramm zu gewinnen, wurden Koopera­tionsverträge mit 15 Vereinen abgeschlossen. Außerdem hat die KGS über befristete Honorarverträge außerschu­lisches Personal „eingekauft". Dabei profitiere man vom Ganztags-Budget. betonte Kottkamp. Ohne dieses Geld wäre die Finanzierung nicht machbar.

 

Ein weiteres Thema des Pressegesprächs war ein, auf vier Halbjahre angelegtes, Projekt, für das sich rund 30 KGS-Lehrkräfte angemeldet haben. Ziel ist. die Qualität des Unterrichts zu steigern. Das Land stellt kostenlos Pä­dagogen als „Unterrichtsentwickler" zur Verfügung, um neue Konzepte und Lehrme­thoden für jedes Fach und jeden Jahrgang zu vermitteln.

 

Die Enttäuschung darüber, dass die Landesschulbehörde die Sekundarstufe II abge­lehnt hat, ist in den Reihen der KGS-I.eitung und des Kol­legiums immer noch spürbar. „Davon lassen wir uns aber nicht entmutigen ", erklärte Kottkamp. Man werde sich nicht „hinter den Ofen setzen und den Plan für die nächsten hundert Jahre wegschieben", sondern zu gegebener Zeit einen zweiten Anlauf unter­nehmen, „zumal wir den Rückhalt von Eltern- und Schülerschaft haben." Die erste Sek-II-Phase werde in Großefehn schon praktiziert, „indem wir die 10. Klasse an­bieten".

 

Froh ist die KGS, dass sich die Gebäudesanierung ihrem Ende nähert. In den Herbstfe­rien muss noch, als letzter Schritt, die Glasfront der Pau­senhalle erneuert werden. An der Fassade des ältesten Bau­abschnitts wurden die Waschbetonplatten durch Aluminium-Elemente er­setzt. Besser isolierte Fenster und Decken, eine moderni­sierte Heizungsanlage und Sparlampen sollen dafür sor­gen, dass sich die Energiekos­ten deutlich verringern.

Mit freundlicher Genehmigung der Ostfriesischen Nachrichten, Aurich

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