Ostfriesische Nachrichten, 26.09.2008

EU-Projekt sollte Schüler motivieren

 

Neue Unterrichtsform an der KGS Großefehn ausprobiert

 

fre Großefehn/Emden. Das Interesse junger Menschen an Naturwissenschaften ist in Europa schwach ausgeprägt. Ein internationa­les EU-Projekt hat sich des­halb damit beschäftigt, Ant­worten zu finden, wie man Schüler im Rahmen des Un­terrichts in den Fächern Bio­logie, Chemie und Physik für dieses Thema motivieren kann. Durchgeführt wurde das Projekt mit dem Titel „POPBL" (Projektorganisier­tes, und problembasiertes Lernen) in sechs Ländern. Zu den Teilnehmern gehörte die Fachhochschule Olden­burg/Ostfriesland/Wilhelmshaven."

 

In der neuen Unterrichts­form geht es darum, dass Kinder eigenständig Wege finden, um den Lernstoff zu er arbeiten und Probleme zu lösen. Der Lehrer hält sich dabei mehr im Hintergrund auf.

 

Über Deutschland hinaus waren Schulen in Finnland, Dänemark, Tschechien, Ru­mänien und Spanien an der Studie beteiligt. Heute wer­den in Emden die Ergebnisse im Rahmen einer Abschluss­veranstaltung präsentiert. Schirmherr ist der Landes­minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann.

 

„Weil es an Ingenieuren und gut ausgebildeten Naturwis­senschaftlern mangelt, müs­sen wir frühzeitig mit den Schulen zusammen arbeiten und den naturwissenschaft­lich-technischen Unterricht spannend und innovativ ge­stalten", betonte Stratmann in der Einladung.“

 

Lehrer und Universitäts­vertreter aus den genannten Ländern werden in Emden sein. Rund 40 von ihnen be­suchten gestern die Koopera­tive Gesamtschule (KGS) Großefehn. Die Gäste informier­ten sich, wie an der Schule Naturwissenschaften unter­richtet werden;;

 

Die KGS ist neben der IGS Aurich-West eine von 13 eu­ropäischen Schulen, die bei „POPBL" mitmachten. In Großefehn betreuten die Leh­rer Dr. Dirk Wübben und Rita Cierpka,-Gröger das EU-Pro­jekt. Im Physikunterricht ging es um den „Auftrieb". Schüler haben in eigener Regie ein fahrtüchtiges Boot gebaut. Dazu mussten sie das Materi­al selber aussuchen und ein­kaufen..

 

Für Schulleiter Günter Kottkamp war die neue Un­terrichtsform wichtig und erfolgreich. „Die Schüler haben sich wirklich; mit. der Materie beschäftigt. Die Lehrer mussten den Unterricht nur noch steuern", sagte Kottkamp.

 

Überlegt wird, den natur­wissenschaftlichen Unter­richt in bestimmten Phasen nach Geschlecht zu gestal­ten. In Großefehn hat sich ge­zeigt, dass Jungen und Mädchen getrennt vonein­ander den Lernstoff ganz
anders angehen als gemein­sam.


„Vielleicht können wir ja häufiger nach diesem Prinziplernen lassen", so der Fehntjer KGS-Leiter Günter Kottkamp. Eventuell auch in an­ deren Fächern.

 

Mit freundlicher Genehmigung durch die Ostfriesischen Nachrichten, Aurich

 

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